Autograf: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung mit Mendelssohnarchiv (D-B), Sign. 55 Nachl. 76,112
Druck: Edward Speyer, Wilhelm Speyer der Liederkomponist 1790-1878. Sein Leben und Verkehr mit seinen Zeitgenossen dargestellt von seinem jüngsten Sohne, München 1925, S. 97f. (teilweise)

Cassel den 5ten October
27.

Geliebter Freund,

Mit Sehnsucht haben wir einem Briefe von Ihnen mit der festen Zusage Ihres Besuchs entgegengesehen, bis jetzt aber vergebens! Wir deuten dieses Schweigen nach unseren Wünschen und sehen daher Ihrer Ankunft spätestens bis nächsten Mittwoch entgegen. Ihr Zimmer ist bereits instand gesetzt und harrt des Gastes. Die Aufführung der Oper bleibt bestimmt auf morgen über 8 Tage, den 13ten. Ich erwarte auch einen Besuch von meinem Vater, dessen liebster Wunsch seit Jahren es ist, Ihre Bekanntschaft zu machen. – Heute ist die erste Theaterprobe der neuen Oper. Die Sänger scheinen viel Freude an ihren Parthien zu haben und ich hoffe es wird recht gut gehen. Die Oper will nun, um den ganzen Effekt zu machen, nicht blos gut gesungen, sondern eben so gut gespielt seyn! Nun wir werden sehn!
Seit einigen Tagen liegt bey mir ein Brief für Felix Mendelssohn. Ich erwarte daher seinen Besuch jede Stunde. Es wäre mir sehr lieb, wenn er zur Oper käme oder wenigstens einige Tage mit Ihnen hier zusammen wär[e.]

Herzliche Grüße von uns allen an Ihre liebe Familie. Allso auf recht baldiges Wiedersehn! Ganz

der Ihrige
Louis Spohr

Erwähnte Personen: Mendelssohn Bartholdy, Felix
Spohr, Carl Heinrich
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Pietro von Abano
Erwähnte Orte: Kassel
Erwähnte Institutionen: Hoftheater <Kassel>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1827100502

http://bit.ly/24wRFoG

Spohr



Der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Speyer, 15.09.1827. Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Speyer, 29.10.1827, aus dem sich ein verschollener Brief von Speyer an Spohr erschließen lässt.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (29.02.2016).

Cassel, 5. Oktober 1827.

Mit Sehnsucht haben wir einem Briefe von Ihnen mit der festen Zusage Ihres Besuchs entgegengesehen, bis jetzt aber vergebens! Wir deuten dieses Schweigen nach unseren Wünschen und sehen daher Ihrer Ankunft spätestens bis nächsten Mittwoch entgegen. Ihr Zimmer ist bereits instand gesetzt und harrt des Gastes. Ich erwarte auch einen Besuch von meinem Vater, dessen liebster Wunsch seit Jahren es ist, Ihre Bekanntschaft zu machen ...