Autograf: Stadtmuseum Dresden, Museen der Stadt Dresden, Schriftgutsammlung, Sign. SMD_SD_2021_00178
Digitale Edition: Museen der Stadt Dresden – Sammlungen Online

Sr. Wohlgeb.
Herrn B. Hausmann
in
Hannover.

Nebst einem
Paquet Musi-
kalien in blau
Papier gez.
H.B.H.1


Cassel den 17ᵗᵉⁿ
Februar 27.

Geehrter Freund,

Beykommend erhalten Sie die gütigst verlangten 22 Exemplare sowie 3 Freyexemplare meines Oratoriums. Empfangen Sie meinen besten Dank für die viele Mühe die Sie deshalb gehabt haben und noch haben werden.
Die Nachschrift in Ihrem lezten Briefe veranlasst mich, Ihnen zu der, durch Herschels Tod erledigten Stelle, einen meiner allerbesten Schüler2, der als Solospieler den Gerke übertrifft und ein tüchtiger Musiker und fertiger Clavierspieler zugleich ist, zu empfehlen; er ist aus Nordhausen, Sohn des dortigen Stadtmusikus Herrmann3 und befindet sich jezt noch hier. Sollte man auf ihn reflecktiren wollen, so würde er gern zur Probe hinüberreisen.4 Ich hätte ihn sehr gern für uns reservirt; da es aber sehr lange dauern kann, bis wir eine Vakanz bekommen, so will ich doch diese Gelegenheit nicht versäumen ihn zu einer Anstellung zu empfehlen.
Mit inniger Freundschaft stets ganz

der Ihrige
Louis Spohr

Autor(en): Spohr, Louis
Adressat(en): Hausmann, Bernhard
Erwähnte Personen: Gerke, Otto
Herrmann, Gottfried
Herrmann, Johann
Herschel, Johann Dietrich
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Die letzten Dinge
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen: Hofkapelle <Hannover>
Hofkapelle <Kassel>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1827021717

http://bit.ly/3AsDJRk

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf den derzeit verschollenen Brief Hausmann an Spohr, 24.01.1827. Hausmanns Antwortbrief vom 06.03.1827 ist derzeit ebenfalls verschollen.

[1] Auf dem Adressfeld befindet sich rechts oben der Poststempel „ CASSEL / 18 FEB 1827“; rechts über dem Adressfeld befindet sich der Stempel „19 / FEB“. Außerdem befindet sich neben dem Adressfeld Hausmanns Antwortvermerk „ret 6 März / 66P ges / ret 19 März / Herrm gesch zu kommen / zum 31 März / 4 Ld’or Reise Vergütung“.

[2] Gottfried Herrmann.

[3] Johann Herrmann.

[4] Gottfried Herrmann war dann bis zu seinem Wechsel an das Stadttheater in Frankfurt 1829 in der Hofkapelle Hannover tätig (vgl. Wilhelm Stahl, Gottfried Herrmann (= Sammlung musikwissenschaftlicher Einzeldarstellungen 17), Leipzig 1939, S. 12).

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (18.09.2021).