Autograf: Sächsisches Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig (D-LEsta), Sign. 21070 C.F. Peters, Leipzig, Nr. 850, Bl. 177f.

Sr. Wohlgeb.
Herrn C.F. Peters
Bureau de Musique
Leipzig.

franco.
Hiebey eine Rolle
Musikalien, gez:
H.C.F.P.1


Cassel den 20sten
October 26.

Geehrter Freund,

Beykommend erhalten Sie das Quintett, wofür ich 150 Rth. und die Lieder, wofür ich 100 Rth. zu notiren bitte. Mit der Entrichtung des Honorars hat es Zeit, bis sämtliche Sachen gestochen sind. Auf dem Titelblatt des Quintetts habe ich eine Anmerkung gemacht, die ich den, der die Einrichtung der Platten macht, wohl zu berücksichtigen bitte.
Die Etüden, die in Wien aus meinen Sachen gezogen sind,2 sind so ungeschickt gemacht und aneinandergereiht, daß ich mich ihrer schämen müßte, wenn nicht jedermann wüßte, daß sie ohne mein Zuthun entstanden sind. Sollten Sie noch Lust haben, dergleichen stechen zu lassen, so will ich Ihnen unter meiner Aufsicht von meinem Bruder welche machen und aus meinen Werken ziehen lassen, die tausendmal zusammenhängender und besser seyn sollen.
Den Clavierauszug meines Oratoriums gebe ich auf eigene Kosten heraus und hoffe damit ganz gute Geschäfte zu machen. Gern wäre ich der Arbeit, die mir die[s] macht, überhoben gewesen, obgleich ich jezt warscheinlich, wenigstens drei mal so viel dafür haben wer[de] als wofür ich ihn ausgeboten habe
Daß Ihnen Ihre Reise so gut bekommen ist, und Sie sich jezt so wohl fühlen, freut mich von Herzen und ich wünsche, daß es von rechtem Bestand seyn möge.
Mit wahrer Freundschaft stets

der Ihrige
Louis Spohr.

Erwähnte Personen: Spohr, Ferdinand
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Etüden, Vl [Bearbeitung von fremder Hand]
Spohr, Louis : Die letzten Dinge
Spohr, Louis : Lieder, Singst Kl, op. 72
Spohr, Louis : Quintette, Vl 1 2 Va 1 2 Vc, op. 69
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1826102020

http://bit.ly/2m1Os1r

Spohr



Dieser Brief ist vermutlich die Antwort auf den derzeit verschollenen Brief Peters an Spohr, 15.09.1826. Peters‘ Antwortbrief vom 28.10.1826 ist derzeit ebenfalls verschollen.

[1] Auf dem Umschlag des Briefes befinden sich von anderer Hand Empfangs- und Antwortvermerk des Verlags: „1826 / 20 Oct. / 24 '' / 28 '' / Cassel / Spohr“, sowie einige schriftliche Additionen.

[2] Etudes pour le Violon tirées des Oeuvre de Louis Spohr, 2 Hefte, Wien [1826].

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Wolfram Boder (02.03.2017).