Autograf: nicht ermittelt


Autografe Kopie: Niedersächsisches Landesarchiv – Standort Wolfenbüttel (D-Wa), Sign. 6 Neu, Nr. 377, Bl. 15

H. Kapellmeister Spohr in Cassel

Sehr geehrter Freund!

Ihre Oper Jessonda ist bereits zweimal mit dem entschiedensten Beifall gegeben.1 Recht sehr haben wir es bedauert, daß Sie nicht selbst gekommen sind, Ihr Werk anzuhören, hoffen aber, daß Sie uns bald mal mit Ihrer Gegenwart wieder beehren werden, und einer Aufführung der Oper beiwohnen werden.
Der Punct wegen des Honorars bleibt nun noch zu erledigen und bitte ich um gefällige Mittehilung Ihrer Meinung hierüber.
Wie ich höre, kommt Cornet auf Ostern zu Ihnen.2 Sind Sie bis dahin wegen eines Tenoristen in Verlegenheit, so können wir vielleicht uns arrangiren, indem wir den Ihnen bereits(?) bekannten3 Rosner, der vormals beim Burgtheater in Wien war und jezt in Amsterdam ist, vom 1st Sepbr oder Octbr an sich weiß es nicht genau, der ich den Contract nicht zur Hand habe, bereits für das Hoftheater engagirt haben, aber erst vom 1st April k.J. an benutzen und ihn bis dahin abtreten4 können. Hr Rosner würde gewiß gern auf diese Zeit nach Cassel kommen. Auch hierüber bitte ich um [???] Nachricht.

R.

d. 20t. Juli
25

Erwähnte Personen: Cornet, Julius
Rosner, Franz
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Jessonda
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen: Hoftheater <Braunschweig>
Hoftheater <Kassel>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1825072045

http://bit.ly/2QgdXsK

Spohr



Spohr beantwortete diesen Brief am 06.08.1825.

[1] Vgl. „Braunschweig, im August“, in: Allgemeine musikalische Zeitung 27 (1825), Sp. 635f.

[2] Er übernahm in Spohrs neuer Oper Der Berggeist die Rolle des Oscar (vgl. „Cassel“, in: Allgemeine musikalische Zeitung 27 (1825), Sp. 359-363, hier Sp. 361).

[3] Hier „den Ihnen bereits(?) bekannten“ gestrichen.

[4] „und ihn bis dahin abtreten“ über der Zeile eingefügt.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (02.11.2018).