Autograf: Sächsisches Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig (D-LEsta), Sign. 21070 C.F. Peters, Leipzig, Nr. 850, Bl. 154f.
Druck: Axel Beer, „Gedankenaustausch über Webers Popularität zwischen Carl Friedrich Peters und Louis Spohr”, in: Weber-Studien 1 (1993), S. 218-223, hier S. 221 (teilweise)

Sr. Wohlgeb.
Herrn C.F. Peters
Bureau de Musique
Leipzig.1

franco.


Cassel den 23sten
März 25.

Geehrter Freund,

Vor allem beklage ich, daß Sie wieder krank waren, wovon ich gar nichts wußte, freue mich aber, daß es nun besser geht und wünsche Ihnen von Herzen, daß das Frühjahr Ihnen alle verlassenen Kräfte wiederbringen möge.
Mit der Bezahlung Ihrer Schuld hat es ja gar keine Eile! – Der Clavierauszug vom Berggeist ist fertig bis auf die Ouverture. Morgen am Vermählungstage unserer Prinzessin wird die erste Aufführung der Oper seyn. Leider muß sie nach den ersten 2 oder 3 Aufführungen wieder liegen bleiben, da wir sie mit zwey fremden Sängern2 geben die in 14 Tagen wieder abreisen. D[ie] Oper wird hier äußerst glänzend gegeben werden. Da sie sehr viel liebliches enthält, so erwarte ich von ihr leichten Eingang beym großen Publiko, mithin auch schnellere Verbreitung auf andern Theatern, wie bey meinen frühern Opern. Mit dem Sujet der Würfelschen Oper, hat das meinige nicht die mindeste Ähnlichkeit.3 Dort ist der Rübezahl nur Nebenperson, der ein Paar beglückt d[urch] seine Einmischung; bey mir ist er Hauptperson, der eigentliche Liebhab[er]. Den Clavierauszug kann ich Ihnen send[en] wann Sie wollen. Es wird gut sey[n,] wenn Sie die Herausgabe beeilen, da [die] Oper schon diesen Sommer in Braunschweig und vieleicht auch noch auf andern Theatern gegeben werden wird.
Auf die Anfrage von Petersburg wegen Jessonda folgendes:
Der Preis von Partitur und Buch ist 20 Friedrichsd'or. Sämtliche ausgeschriebenen Gesang- und Orchesterstimmen werden [e]twa 60 bis 70 Rth. Preußisch kosten.
[Be]schreibung der Kostüms u.s.w. [werde] ich beylegen. – Vom Tage der Bestellung an kann alles in 6 Wochen fertig seyn.
Von den Meiningen herzliche Grüße.
Stets

Ihr
ergebener Freund
Louis Spohr.

Erwähnte Personen: Cornet, Julius
Kiel, Franziska
Marie Sachsen-Meiningen, Herzogin
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Der Berggeist
Spohr, Louis : Jessonda
Würfel, Wilhelm : Rübezahl
Erwähnte Orte: Kassel
St. Petersburg
Erwähnte Institutionen: Hoftheater <Kassel>
Hoftheater <St. Petersburg>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1825032320

http://bit.ly/2mvi7hZ

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf einen derzeit verschollenen Brief von Peters an Spohr. Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Peters, 15.04.1825.

[1] Auf dem Umschlag des Briefes findet sich von anderer Hand der Empfangsvermerk des Verlags: „1825 / 23 Mr / 28 '' / Cassel / Spohr“.

[2] Julius Cornett und Franziska Kiel (vgl. „Cassel”, in: Allgemeine musikalische Zeitung 27 (1825), Sp. 359-363, hier Sp. 361).

[3] Die Einstudierung zu dieser Oper begann in Leipzig wohl um diese Zeit; zumindest war die Premiere im Mai (vgl. „Leipzig“, in: Hesperus 37 (1825), S. 419f.).

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Wolfram Boder (27.02.2017).