Autograf: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung mit Mendelssohnarchiv (D-B), Sign. 55 Nachl. 76,76

Sr. Wohlgeb
Herrn Wilhelm Speyer
in
Offenbach a/m


Cassel den 8ten
März 25.

Geliebter Freund,

Durch Ihre Zusage zu kommen, haben Sie uns alle sehr erfreut! Wir bitten nun aber, noch ein paar Tage früher zu kommen, wenn Sie durchaus den 25sten wider abreisen müssen; Ihr Aufenthalt wäre sonst gar zu kurz! – Die Sänger zur neuen Oper sind nun angekommen1 und ich werde von morgen an endlich vollständige Proben machen können. Ich hoffe, es wird gut gehen. – Sie werden meinen Vater bey mir finden, der sich sehr darauf freut Sie kennen zu lernen. Vom 15ten an wird Ihre Wohnung bereit stehen.
Nun noch eine Bitte meiner Frau an die Ihrige. Wir d.h. die Kapelle müssen bey der Vermählung in weissen seidenen Strümpfen erscheinen, die ich nicht habe und von denen auch in Cassel kein Paar groß genug für mich zu kommen ist. Nun bittet meine Frau die Ihrige ein Paar weißseidene Strümpfe, so groß sie in Frankfurt zu bekommen sind, zu kaufen und Sie ersuchen wir, Sie mitzubringen. Außerdem mögte meine Frau auch gern eine Büchse von dem Wundbalsam haben, den ich gebrauchte, wie ich mich damals bey Ihnen, einige Tage vor dem Concert, in den Finger geschnitten hatte. Sollte es in Frankfurt zu bekommen seyn so bitte ich Sie eine Büchse davon mitzubringen.

Auf recht baldiges Wiedersehn!
Herzliche Grüße an alle die Ihrigen
Stets

Ihr
treuer Freund
L. Spohr.

Erwähnte Personen: Cornet, Julius
Föppel, Heinrich
Kiel, Franziska
Speyer, Charlotte
Spohr, Carl Heinrich
Spohr, Dorette
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Der Berggeist
Erwähnte Orte: Kassel
Erwähnte Institutionen: Hoftheater <Kassel>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1825030802

http://bit.ly/1KDI5tD

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf einen verschollenen Brief von Speyer an Spohr. Nach seiner Rückkehr aus Kassel nach Offenbach setzte Speyer die Korrespondenz mit seinem Brief an Spohr vom 27.03.1825 fort.

[1] Franziska Kiel, Julius Cornet und Heinrich Föppel (vgl. Spohr an Speyer, 24.01.1825). 

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (22.02.2016).