Autograf: Sächsisches Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig (D-LEsta), Sign. 21070 C.F. Peters, Leipzig, Nr. 850, Bl. 142f.

Sr. Wohlgeb.
Herrn C.F. Peters
Bureau de Musique
Leipzig.

franco.1


Cassel den 23sten
August 24.

Geliebter Freund,

Meine Partitur der Jessonda kann ich nicht entbehren, da es die einzige hier ist und immer daraus geschrieben wird. Ich lege aber einen Zettel an HH Hofrath Küstner2 bey, auf welchen Sie die dortige bekommen werden. Überlassen Sie es ganz Herrn Barth, die Sachen auszuwählen, die er3 zum Arrangement für Blasinstrumente geeignet glaubt. Die Garde hier spielt die Ouverture, den Waffentanz, der in Leipzig wegbleibt und das Duett: „Dahin Dahin laß uns fliehn“. Es lassen sich übrigens noch viele andre Nummern gut arrangiren, auch für wenig Instrumente. Sorgen Sie doch aber ja, wenn Sie die Partitur aus den Händen geben, daß sie nicht vollständig copirt und in Abschriften verbreitet werde! –
Eine Abschrift der Partitur und des Buchs kostet 20 Friedrichsd'or in Gold. – Im November wird sie nun endlich in Berlin gegeben werden; Spontini hat mich eingeladen sie selbst zu dirigiren4 und da die Aufführung in Berlin für mich höchst wichtig ist, so werde ich auf jeden Fall hinreisen.5
An der neuen Oper arbeite ich so fleißig als es mir meine, jezt sehr häufigen Geschäfte erlauben wollen. Sie ist ohngefähr zur Hälfte fertig.
Leben Sie wohl und vergnügt. Ihr

ergebener Freund
L. Spohr.

Erwähnte Personen: Barth, Wilhelm Leberecht
Küstner, Karl Theodor von
Spontini, Gaspare
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Der Berggeist
Spohr, Louis : Jessonda
Erwähnte Orte: Berlin
Kassel
Leipzig
Erwähnte Institutionen: Königliche Schauspiele <Berlin>
Musikkorps des Leibgarderegiments <Kassel>
Stadttheater <Leipzig>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1824082320

http://bit.ly/2jIXZI0

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf einen derzeit verschollenen Brief von Peters an Spohr. Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Peters, 04.09.1824.

[1] Auf dem Umschlag des Briefes befindet sich von anderer Hand noch der Eingangsvermerk des Verlags: „1824 / 23 Aug / Cassel / Spohr“.

[2] Dieser Brief ist derzeit verschollen.

[3] Hier gestrichen: „für“.

[4] Dieser Brief ist derzeit verschollen.

[5] Tatsächlich fand die Berliner Erstaufführung erst am 14.02.1825 statt.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Wolfram Boder (23.01.2017).