Autograf: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung mit Mendelssohnarchiv (D-B), Sign. 55 Nachl. 76,224

Herrn
Kapellmeister Louis Spohr
Wohlgeb
Cassel
in Hessen.


Offenbach am 28 Juni 1824.

Theurer Freund!

Zuvörderst will ich Sie über das Schicksal eines Hemdes und Schnupftuches beruhigen, welches sich nach Ihrer Abreise unter der Matraze gefunden. – Künftigen Montag reißt ein Freund nach Cassel, welcher Ihnen das Zurückgelassene überbringen wird. Höchst erfreulich war es uns, das Wohlsein der Ihrigen zu vernehmen, Sie der Leiden des Postwagens enthoben und in die Freuden des Familienlebens zurück geführt zu wissen. – Unterlassen Sie doch nicht mich ferner von Allem zu unterrichten was mir in Bezug auf Ihnen, interessant sein kann und gebieten Sie über mich bei allen Vorfallenheiten. Wenn es Ihre Zeit erlaubt so machen Sie mir und den hiesigen Bekannten die Freude, einige der mitgenommenen Texte 4stimmig zu schreiben. Dieses würde uns immer an die so angenehm erlebten Tage erinnern. – Den gedeihlichen Fortgang der neuen Oper bin ich noch zu vernehmen erwartend. In Berlin wird nun wohl Jessonda auch sobald nicht zur Aufführung kommen, da Euryanthe an Weber zurückgeschickt worden ist. – Meine Frau u. Mutter tragen mir auf Sie u. die lieben Ihrigen herzlichst zu grüßen. Von allen Bekannten ein Gleiches besonders von [Name?] Ihr treuer Freund

WmSpeyer.

Erwähnte Personen:
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Jessonda
Weber, Carl Maria von : Euryanthe
Erwähnte Orte: Berlin
Kassel
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1824062832

http://bit.ly/1LGeX5D

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf Spohr an Speyer, 26.06.1824. Spohr beantwortete diesen Brief am 01.08.1824.



Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (20.02.2016).