Autograf: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung mit Mendelssohnarchiv (D-B), Sign. 55 Nachl. 76,64
Druck: Eduard Speyer, Wilhelm Speyer der Liederkomponist 1790-1878. Sein Leben und Verkehr dargestellt von seinem jüngsten Sohne, München 1925, S. 79 (teilweise)

Herrn
Herrn Wilhelm Speyer
Wohlgeb
Offenbach a/m


Cassel den 25sten Juni
24.

Geliebter Freund,

Gestern Abend 7 Uhr kam ich nach einer sehr ermüdenden Reise wieder glücklich bey den meinigen an und traf alles im bestehen Wohlseyn.1 Meine Reisegesellschaft war eben nicht die beste; sie theilte ihre Zeit zwischen Rauchen und Schlafen und wurde ja einmal ein Gespräch geführt so war es von Gegenständen, die mich nicht interessirten. Ich blieb daher meinen Gedanken überlassen, die sich hauptsächlich mit den beyden folgenden Akten der neuen Oper beschäftigten. – Meine gute Dorette hatte eine unendliche Freude über meine Wiederkehr und auch ich, so sehr vergnügte Tage ich auch in Ihrem Hause verlebt habe, bin doch froh wieder im Kreise meiner gewohnten Beschäftigungen zu seyn. Mein erstes Geschäft heute soll seyn Ihnen für Ihre freundliche Aufnahme in Ihrem Hause und für alle die frohen Stunden, die Sie mir verschafft haben, herzlichst zu danken. Ihrer lieben Frau bin ich noch insbesondere für ihre Sorgfalt, mit der sie allen meinen Bedürfnissen zuvorgekommen ist, recht sehr und mit immerwährendem Dank verbunden. Mögten Sie uns nun auch rechtbald Gelegenheit verschaffen, Sie auch in unserem Hause zu bewillkommnen, und Ihnen ein gleiches Bestreben, Ihnen diesen Aufenthalt angenehm zu machen, wenn auch mit geringerem Erfolge, zu zeigen!
In einigen Tagen fangen nun wieder meine Theaterarbeiten an; eine starke Geschäftscorrespondenz schon heute, da ich fast ein Dutzend Briefe vorgefunden habe.
Meine Frau und Kinder grüßen herzlichst. Allen Offenbacher Bekannten meine besten Grüße. Mit inniger Freundschaft stets

der Ihrige
L. Spohr.

Erwähnte Personen: Speyer, Charlotte
Spohr, Dorette
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Der Berggeist
Erwähnte Orte: Frankfurt am Main
Kassel
Offenbach
Erwähnte Institutionen: Hoftheater <Kassel>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1824062502

http://bit.ly/21gqWdy

Spohr



Der letzte überlieferte Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Speyer, 28.05.1824. Der nächste Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Speyer, 26.06.1824.

[1] Über Spohrs Aufenthalt in Frankfurt und Offenbach informieren Louis Spohr an Dorette Spohr, 12., 14., und 18.06.1824

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (20.02.2016).

Cassel, 25. Juni 1824

... Mein erstes Geschäft heute soll sein, Ihnen für Ihre freundliche Aufnahme in Ihrem Hause und für alle die frohen Stunden, die Sie mir verschafft haben, herzlichst zu danken. Ihrer lieben Frau bin ich noch insbesondere für ihre Sorgfalt, mit der sie allen meinen Bedürfnissen zuvorgekommen ist, recht sehr und mit immerwährendem Dank verbunden. Möchten Sie uns nun auch recht bald Gelegenheit verschaffen, Sie auch in unserem Hause zu bewillkommnen und Ihnen ein gleiches Bestreben, Ihnen diesen Aufenthalt angenehm zu machen, wenn auch mit geringerem Erfolge, zu zeigen ...