Autograf: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung mit Mendelssohnarchiv (D-B), Sign. 55 Nachl. 76,55

Herrn
Herrn Wilhelm Speyer
Wohlgeb.
Offenbach a/m


Cassel den 2ten Februar
24.

Geliebter Freund,

Der Überbringer dieses Herr Ries1 , Bruder des Londoner2 , gehört mit Grund und Gerke zum Kleeblatt meiner letzten Schüler und ist dabey sehr liebenswürdig und ansprechbar. Ich trage daher kaum Bedenken, ihn in Ihre Gesellschaft einzuführen und bitte Sie für ihn um eine freundliche Aufnahme. Besonders wünscht er durch Sie die Bekanntschaft der frankfurter ausgezeichneten Künstler zu machen und häufige Gelegenheit zu finden sich hören zu lassen. – Er ist als Vorgeiger bey dem neu errichteten Theater in Berlin angestellt und wird im Frühjahr diese Stelle antreten. – Sein Spiel, sein Kompositionstalent und sein Umgang werden Ihnen sicher viel Freude gewähren.
Unter herzlichen Grüßen von uns allen an die lieben Ihrigen mit wahrer Freundschaft stets

der Ihrige
Louis Spohr.

Erwähnte Personen: Gerke, Otto
Grund, Eduard
Ries, Ferdinand
Ries, Hubert
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Frankfurt am Main
Erwähnte Institutionen: Königstädter Theater <Berlin>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1824020202

http://bit.ly/1Lw57xB

Spohr



Dieses Empfehlungsschreiben für Hubert Ries entstand zwischen Spohr an Speyer, 06.01.1824 und Speyers Antwortbrief vom 14.02.1824. Offensichtlich ging Speyer dieses Schreiben erst nach dem 14.02. zu, da er erst in seinem Brief an Spohr vom 27.02.1824 auf Ries Bezug nimmt. Andererseits muss ihm dieser Brief spätestens bis zum 19.02. zugegangen sein, da Spohr in seinem Brief vom 21.02.1824 Speyer dankt, dass er Ries freundlich aufgenommen habe.

[1] Hubert Ries.

[2] Ferdinand Ries.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (18.02.2016)