Autograf: Stanford University Music Library (US-STum), Sign. MLM 979E

Sr. Wohlgeb.
Dem Herrn Julius Müller
Regisseur des deutschen
Theaters in
Amsterdam.

franco.


Cassel am 9ten
October 23.

Wohlgeborner,
Hochgeehrter Herr,

Ich nehme mir die Freiheit Ihnen meine neue Oper: Jessonda, deren Bühnenfeste(?) sich nun in einer Reihe von Vorstellungen bewährt hat, für das, von Ihnen dirigirte1 Theater ergebenst anzutragen. Das Honorar für eine correkte Abschrift des Buchs und der Partitur beträgt 20 Friedrichsd‘or in Gold oder deren Werth. Da sich Zemire und Azor des Beyfalls der dortigen Musikfreunde zu erfreuen hatte2, so ist dieß3 von der neuen Oper noch sicherer zu erwarten, die hier wenigstens bey gleicher Besetzung noch mehr wie jene gefallen hat. Da sie wahrscheinlich das Nähere über Inhalt und Form in öffentlichen Blättern gelesen haben, so erinnere ich nur noch, daß die Oper zwar reich ausgestaltet4 aber auch mit den Decorationen und Kleidern, die jedes Theater schon besitzt, gegeben werden kann.
Ihrer gefälligen Antwort entgegensehend, habe ich die Ehre zu seyn

Ew. Wohlgeb.
ergebenster Diener
Louis Spohr.

Erwähnte Personen:
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Jessonda
Spohr, Louis : Zemire und Azor
Erwähnte Orte: Amsterdam
Erwähnte Institutionen: Deutsches Theater <Amsterdam>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1823100914

http://bit.ly/2qX5wZM

Spohr



[1] Hier ein Wort gestrichen.

[2] Vgl. „Amsterdam, im April“, in: Allgemeine musikalische Zeitung 22 (1820), Sp. 339-344, hier Sp. 339f.

[3] „dieß“ über der Zeile eingefügt.

[4] Hier gestrichen: „werden“.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (10.05.2017).