Autograf: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung mit Mendelssohnarchiv (D-B), Sign. 55 Nachl. 76,211
Druck: Edward Speyer, Wilhelm Speyer der Liederkomponist 1790-1878. Sein Leben und Verkehr mit seinen Zeitgenossen dargestellt von seinem jüngsten Sohne, München 1925, S. 68 (teilweise)

Herrn
Kapellmeister Louis Spohr
Wohlgeb.
Cassel
in Hessen.


Offenbach am 18 August
1823.

Theurer Freund!

Ich unterließ es bisher, auf Ihr Schreiben zu antworten, weil ich Guhr’s Entschluß wegen Ihrer Oper abwarten wollte. Dieser hat mir nun erklärt, daß er Ihnen selbst schreiben würde. Wenn dieses geschehen ist, so bitte ich Sie mich davon zu benachrichtigen, indem ich daraus abnehmen kann, ob mir die Freude werden soll, Sie bei uns zu sehen.
Wie sehr schmerzt es mich, Ihrem Triumph nicht beigewohnt zu haben! Da man hier keine Casseler Zeitung hält, so würden Sie mich durch Einsendung derjenigen Nummer, welche von Ihrer Oper schreibt, verbinden. Werden Sie keinen Clavierauszug veranstalten lassen?
Ein Heftchen neuer Lieder, bei Breitk. & Hrt. erschienen, werde ich Ihnen nächstens durch Gelegenheit zusenden, auch bin ich mit einem Quintett bald fertig. – Ihre Quartetten werden jetzt so gut durch uns gegeben, daß Sie Ihre Freude daran haben sollen. Was arbeiten Sie gerade gegenwärtig?

Am 20

Soeben ersucht mich Guhr Sie um die Partitur Ihrer Oper Jessonda zu bitten. Senden Sie solche sobald wie möglich. Welch eine doppelte Freude für mich!

Mit inniger Liebe
Ihr WmSp.

Erwähnte Personen: Guhr, Carl
Erwähnte Kompositionen: Speyer, Wilhelm : Lieder, Singst Kl, op. 14
Speyer, Wilhelm : Quintette, Vl 1 2 Va 1 2 Vc, op. 17
Spohr, Louis : Jessonda
Erwähnte Orte: Frankfurt am Main
Kassel
Erwähnte Institutionen: Hoftheater <Kassel>
Stadttheater <Frankfurt am Main>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1823081832

http://bit.ly/1mJkMTJ

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf Spohr an Speyer, 02.08.1823. Spohr beantwortete diesen Brief am 25.08.1823.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (18.02.2016).

Offenbach, 18. August 1823.

... Wie sehr schmerzt es mich Ihrem Triumph nicht beigewohnt zu haben! ... Soeben ersucht mich Guhr Sie um die Partitur Ihrer Oper ,Jessonda’ zu bitten. Senden Sie solche sobald wie möglich. Welch eine doppelte Freude für mich! ...