Autograf: Universitätsbibliothek Kassel - Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287

Herrn Kapellmeister Spohr
Wohlgeb.
in
Cassel


Leipzig den 1. Febr. 1823.

Werthester Freund!

Mit Herrn Hornthal habe ich Unterhandlungen eingeleitet und in Folge Ihrer Empfehlung werde ich seinen Wünschen ganz entsprechen.
Für Ihre und der Ihrigen Theilnahme meinen Dank, daß sie eine der herzlichsten sein würde, war ich ganz überzeugt. Meine Lage hat sich bis jetzt verschlimmert und auch verbessert, wie man es nehmen will, verschlimmert hat sie sich dadurch, daß mein Schicksal noch forttobte, denn seit ich Ihnen mein Unglück meldete, habe ich auch noch meine vorher völlig gesunde kreuzbrave Mutter zum Grabe begleitet – wodurch mein Zustand jedoch etwas verbessert worden ist, denn ich bin nun zu einer Stumpfheit herabgesunken und so quitt mit der Welt geworden, daß ich mehr Maschine bin und der Schmerz das stumpfe Gemüth nicht mehr so angreifen kann.
Daß ich, bei meinem Schicksale, noch gesund geblieben bin, ist ein reines Wunder und ein Beweiß, daß ich noch zu andern Dingen aufbewahrt bin – nun wie Gott will, geduldig füge ich mich in seinen Willen und nun kann ich weder der Freude noch dem Leide mehr unterliegen.
Bald werde ich wieder an unser Geschäft Hand legen, dann wenn ich nur etwas mehr gesammelt bin, werde ich im Arbeiten die größte Erholung finden und mein Geschäft frisches Leben bekommen, arbeiten Sie inzwischen immer für meine Handlung.
Herzlichst Ihr Freund

Peters.

Erwähnte Personen: Hornthal, Adolph
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1823020150

http://bit.ly/2gWXdqV

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf Spohr an Peters, 27.01.1823. Der nächste überlieferte Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Peters, 07.04.1823.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Wolfram Boder (16.12.2016).