Autograf: Universitätsbibliothek Kassel - Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 2° Ms. mus. 1500[Sp. 75,4

Herrn
Herrn C.F. Peters
(Bureau de Musique)
Leipzig.

franco.1


Cassel den 27sten
Januar 23.

Geliebter Freund,

Ihr Unglück hat uns tief erschüttert; meine Frau war außer sich und hat bis jezt nicht aufgehört davon zu reden und Sie zu beklagen. Wir versuchen nicht Sie trösten zu wollen, die Zeit allein kann die Wunde heilen. Der Himmel bewahre uns und jeden fühlenden Menschen von einem ähnlichen Unglück.
Hr. Probst hat schon vor einiger Zeit an mich geschrieben und mich um Manuscripte für seinen neu zu errichtenden Verlag gebeten.2 Ich habe ihm aber geantwortet, daß ich meine Sachen bereits alle versagt hätte und ihm daher nicht dienen könne.3 Seit der Zeit habe ich nichts weiter von ihm gehört. Wenn er aber sagt, daß er ein Manuscript von mir besitze so lügt er.
Herrn Hornthal wird sich nun wohl schon selbst an Sie gewandt haben. Ich kann ihn in jeder Art empfehlen und habe ihm daher auch ein Zeugnis ausgestellt welches er den übrigen Verlegern in Abschrift beylegen wird.4 – Er wird bey seiner Thätigkeit bald seine Rechnung hier finden.
Die herzlichsten Grüße von uns allen. Der Himmel schenke Ihnen bald wieder fröhliche Stunden.

Stets Ihr Freund
Louis Spohr

Erwähnte Personen: Hornthal, Adolph
Peters, Clara Rosalia
Probst, Heinrich Albert
Spohr, Dorette
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1823012720

http://bit.ly/2hGtrpi

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf Peters an Spohr, 10.01.1823. Peters beantwortete diesen Brief am 01.02.1823.

[1] Über dem Adressfeld befinden sich von anderer Hand Eingangs- und Antwortvermerk des Verlags: „1823 / 27 Jan / 30 '' / 31 '' / Cassel / Spohr“.

[2] Dieser Brief ist derzeit verschollen.

[3] Dieser Brief ist derzeit nicht zugänglich.

[4] Vgl. Spohrs Zeugnis vom 17.01.1823.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Wolfram Boder (15.12.2016).