Autograf: Stadtmuseum Dresden, Museen der Stadt Dresden, Schriftgutsammlung, Sign. SMD_SD_2021_00171
Digitale Edition: Museen der Stadt Dresden – Sammlungen Online

Sr. Wohlgeb.
Herrn Hausmann
in
Hannover.Hausmann

franco.1


Cassel den 27sten October
22.

Geehrter Freund,

Dieser Brief hat zum Zweck Ihnen die Ankunft eines Ihnen gewiß längst dem Rufe nach bekannten Geigers, des Herrn Mazas aus Paris anzuzeigen und ihn Ihnen auf das angelegentlichste zu empfehlen.2 Herr Mazas gehört unter die besten Geiger die ich jemals gehört habe; er verbindet die technische Eleganz der französischen Schule mit deutscher Kraft und Gediegenheit und hat für einen Franzosen ein ausgezeichnetes Kompositions-Talent. Überzeugt daß er Ihnen großen Genuß gewähren wird, bitte ich Sie recht sehr sich seiner anzunehmen und durch eine vorläufige Anonce seiner Ankunft in Hannover in einer der dortigen Zeitungen ihm ein wenig vorzuarbeiten. Sie dürfen nicht befürchten, daß er irgend eine Erwartung, die Sie durch ein öffentliches Lob erregen werden, unbefriedigt lassen wird. – Er denkt sich einige Tage in Göttingen aufzuhalten und wird daher in 8-10 Tagen in Hannover eintreffen. Ich werde mir die Freiheit nehmen ihm Ihre Adresse zu geben.
Unter herzlichen Empfehlungen meiner Frau an die Ihrige, stets mit wahrer Freundschaft und Hochachtung

der Ihrige
Louis Spohr.

Autor(en): Spohr, Louis
Adressat(en): Hausmann, Bernhard
Erwähnte Personen: Mazas, Jacques Fereol
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Kassel
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1822102717

http://bit.ly/3EyEIlo

Spohr



[1] Auf dem Adressfeld befindet sich rechts oben der Poststempel „CASSEL / 27 OCTO 1820“; über dem Adressfeld befindet sich der Stempel „29 / OCT“. Außerdem befindet sich auf dieser Rückseite des Briefs Hausmanns Antwortvermerk „ret 29 D“.

[2] „Einem Concert, von Herrn Mazas (Violinspieler) gegeben, welches ungemeinen Beifall erhielt, konnte Ref. nicht beywohnen“ („Cassel“, in: Allgemeine musikalische Zeitung 24 (1822), Sp. 143-148, hier Sp. 147).

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (18.09.2021).