Autograf: Sächsisches Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig (D-LEsta), Sign. 21070 C. F. Peters, Leipzig, Nr. 850, Bl. 121f.

Sr. Wohlgeb.
Herrn C.F. Peters
(Bureau de Musique)
Leipzig.1

franco.


Cassel den 25sten
August 22.

Geliebter Freund,

Ich erwarte in den ersten Tagen des September Besuch von Wilhelm Grund und noch einigen andern Hamburgern. Diese schreiben mir, dass sie sich auf nichts so sehr freuen als meine neuen Quartetten hier zu hören. Nun habe ich Ihnen aber Partitur und Stimmen geschickt und besitze selbst keine Abschrift. Haben Sie daher doch die Güte mir sogleich nach Empfang dieses Briefs die Stimmen mit dem Postwagen zuzusenden sodaß sie spätestens bis Mittwoch den 4ten Sept. hier eintreffen. Hoffentlich wird Ihr Stecher nun soweit seyn, daß Sie sie nicht mehr gebrauchen. Die Correktur wünsche ich so nach der Partitur und nicht nach den Stimmen gemacht. Vor 8 Tagen war Herr Speyer aus Frankfurt hier zum Besuch und lamentirte sehr daß er die Quartett[en,] die ihm dedicirt sind, nicht zu hören bekommen konnte.
An Hn. Dr. Grosheim haben Sie frey[lich] einen schlechten Commissionair. Der Me[nsch] ist so allgemein verhasst und verachtet, daß viele Leute sich scheuen mögen mit ihm zu thun zu haben. Doch weiß ich Ihnen vor der Hand noch kein[nen] bessern vorzuschlagen. Die 3 hiesigen Musikhändler betreiben ihr Geschäft so nachlässig(?) und so als Nebensache, daß sie nicht einmal verschreiben mögen was man bey ihnen bestell[t.] Doch ist es mir lieb erfahren zu hab[en] daß Grosheim Ihren Verlag hat. Meine Schüler können doch nun meine Sachen hier bekommen, die sie sich bisher zum Theil von Krantz in Hamburg haben kommen lassen.
Matthei bitte ich herzlich zu grüßen und ihm zu sagen daß ich mich sehr freue daß ihm die Geige, die er von mir gekauft, gefallen.
Nochmals bitte ich, mir die St[immen] meiner Quartetten mit umgehend[er Post] gefälligst zu senden.
Mit herzlicher Freundschaft stets

der Ihrige
Louis Spohr.

Erwähnte Personen: Cranz, August
Grosheim, Georg Christoph
Grund, Friedrich Wilhelm
Matthaei, Heinrich August
Speyer, Wilhelm
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Quartette, V 1 2 Va Vc, op. 58
Erwähnte Orte: Kassel
Erwähnte Institutionen: Cranz <Hamburg>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1822082520

http://bit.ly/2hr69ni

Spohr



Der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Peters, 29.06.1822. Peters beantwortete diesen Brief am 30.08.1822.

[1] Auf dem Umschlag des Briefes befindet sich von anderer Hand der Empfangsvermerk des Verlags: „1822 / 25 Aug. / 30 / Cassel / Spohr”.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Wolfram Boder (12.12.2016).