Autograf: Universitätsbibliothek Kassel - Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287

Sr Wohlgeb.
Herrn Capellmeister
Spohr.
in
Cassel.

frey.


Rudolstadt den 1. May
1822.

Herzlichgeliebter Freund!

Gerne hätte ich Ihnen schon längst meine Entschließung auf Ihren mir so schätzbaren 2ten Brief mitgetheilt, wenn ich nicht erst die Antwort des Fürsten, (welcher schon seit Ostern in Dessau ist,) hätte abwarten wollen. Leider ist aber diese bis jetzt noch immer nicht erfolgt, und ich habe daher nicht länger anstehen wollen, Ihnen wenigstens die wahre Ursache dieser Zögerung mitzutheilen, damit Sie nicht etwa die Sculd mir beymessen.
Vor der Hand kann ich Ihnen also nur so viel mittheilen daß es bloß auf den Fürsten beruht, ob derselbe die Forderung, (die freylich nach dem hiesigen Verhältnissen berechnet, sehr hoch ist,) bewilliget, oder nicht. Wird solche bewilliget, so kann ich freylich nicht läugnen, daß dann mein Looß hier so wird, wie es vielleicht bis jetzt noch keinem in der Capelle worden ist.
Sollte aber meine Forderung nicht genehmiget werden, was ich eher, als das erste glaube, so könnte ich, wenn wir uns über 2 Punkte noch vereiniget haben1 welche ich Ihnen im nächsten Briefe näher mittheilen werde, schon bis Johanni2 der Ihrige seyn.
Auf jeden Fall muß ich Ihnen sehr recht herzlich bitten, mir nur noch so viel Frist mit der bestimmten Erklärung zu können, bis die Antwort des Fürsten eingetroffen ist.
Nebst vielen herzlichen Grüßen von Freund v. Holleben bin ich mit der größten Hochachtung

Ihr
stets
ergebenster
FMüller.

Erwähnte Personen: Friedrich Günther Schwarzburg-Rudolstadt, Fürst
Holleben, Karl Ludwig Anton von
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Dessau
Rudolstadt
Erwähnte Institutionen: Hofkapelle <Kassel>
Hofkapelle <Rudolstadt>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1822050143

http://bit.ly/2xyV4vS

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf Spohr an Müller, 19.04.1822. Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Müller an Spohr, 03.12.1822.

[1] „noch vereiniget haben“ bereits auf die rechte Seite geschrieben.

[2] 24.06.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (10.10.2017).