Autograf: Spohr Museum Kassel (D-Ksp), Sign. Sp. ep. 1.5 <Peters 18220102>

Herrn C. F. Peters
Bureau de Musique
Leipzig.1

Hierbey ein Päckchen mit Musikalien
in schwarzem Wachstuch gez. H.C.F.P.


Dresden den 2ten Januar
22.

Geliebter Freund,

Zuerst unsere herzlichsten Glückwünsche zur Vermehrung Ihrer Familie. Der Himmel lasse Sie und Ihre liebe Frau2 recht viel Freude an dem Kinde3 erleben.
Beykommend erhalten Sie die Messe zurück. Ein guter Freund4 und ich haben sie auf das genaueste durchgesehen und hoffentlich keinen Fehler übersehen. Außer den Stichfehlern habe ich aber auch noch manches in der Komposition verändert und verbessert, daher es nöthig seyn wird daß die 3te Correktur nicht nach dem Manuscripte sondern nach den Correkturblättern gemacht werde. Die Vorerinnerung5 hab ich abgekürzt; Sie finden sie auf der Rückseite des Titels. – Sehr nöthig wird es, einiger Verbesserungen wegen seyn, daß die Stimmen mit der gestochenen Partitur verglichen werden. – Die Tempi habe ich nun auch regulirt und bezeichnet.
Nun eine Neuigkeit! Es ist mir die Hofkapellmeisterstelle und Direktion der Oper in Cassel unter höchst vortheilhaften Bedingungen angetragen worden und ich habe sie angenommen. Mein Engagement fängt vom ersten Januar an und in 8 Tagen werde ich von hier abgehen. Meine Frau6 und Kinder7 bleiben noch einige Monathe hier damit der Gesang-Unterricht nicht gleich wieder unterbrochen werde. – In 8 Tagen werde ich Sie daher auf einige Stunden besuchen und noch mancherley mit Ihnen besprechen.
Bis dahin leben Sie recht wohl und vergnügt. Meine Frau grüßt die Ihrige herzlichst. Mit inniger Freundschaft

der Ihrige
Louis Spohr.

NS. Am Manuscript der Messe fehlen einige Bogen die Sie mir nicht mitgeschickt haben, Warscheinlich hat sie der Stecher noch.

Erwähnte Personen: Peters, Clara Rosalia
Spohr, Dorette
Spohr, Therese
Wolff, Ida
Zahn, Emilie
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Messen, op. 54
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1822010220

http://bit.ly/2gEHESE

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf einen derzeit verschollenen Brief von Peters an Spohr. Der mutmaßlich nächste Brief dieser Korrespondenz von Spohr an Peters ist derzeit ebenfalls verschollen.

[1] Über dem Adressfeld befindet sich von anderer Hand der Eingangsvermerk des Verlags: „1822 / 2 Jan / 5 '' / Dresden / Spohr“.

[2] Clara Rosalia Peters.

[3] Anna Peters.

[4] Noch nicht ermiitelt.

[5] Nach den Erfahrungen mit dem Leipziger Aufführungsversuch (vgl. Spohr an Peters, 21.09.1821) hatte Spohr der Partitur eine „Bitte des Komponisten“ mit Aufführungshinweisen vorangestellt, was vermutlich während Spohrs Aufenthalt in Leipzig im Oktober 1821 zwischen Komponist und Verleger besprochen wurde (vgl. Volker Göthel, Thematisch-bibliographisches Verzeichnis der Werke von Louis Spohr, Tutzing 1981, S. 96f.).

[6] Dorette Spohr.

[7] Emilie, später verheiratete Zahn, Ida, später verheiratete Wolff und Therese.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Wolfram Boder (01.12.2016).