Autograf: Sächsisches Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig (D-LEsta), Sign. 21070 C. F. Peters, Leipzig, Nr. 850, Bl. 106

Dresden den 9ten Nov.
21.

Geliebter Freund,

Beyliegend überschicke ich Ihnen den bewußten Aufsatz1 für die Musik. Zeitung. Lassen Sie ihn baldmöglichst einrücken und bitten Sie in meinem Nahmen um eine genaue Correktur, da in den Briefen aus Paris2 mehrere Sinnentstellende Druckfehler waren. Diesen Aufsatz hat, wie jene Briefe, meine Frau abgeschrieben, die freylich eine etwas unleserliche Hand schreibt. – Ich glaube nicht, daß Sie zu Ihrer Ankündigung den ganzen Aufsatz können abdrucken lassen; er ist dazu theils zu lang, theils nicht ganz passend. Die könnten sich aber immer darauf berufen und auf die und die Nummer der Mus. Zeitung verweisen, oder auch einen kürzern, das Werk betreffenden Auszug machen.
Die Tempi-Bezeichnung schicke ich Ihnen jezt noch nicht, weil ich darauf rechne, daß Sie mir die Messe zur lezten Correktur übersenden werden wo ich sie dann, auf das genaueste bezeichnet eintragen werde. – An der Vorerinnerung mögte ich wohl noch einiges ändern; lassen Sie sie daher nicht eher drucken, als bis ich die Messe hier gehabt habe.
Die 100 Rth. habe ich von Herrn Arnold ausgezah[lt] erhalten.
Unsere früher gemiethete und bey unserer Ankunft von uns bezogene Wohnung haben wir nach 3 Tagen, mancher Unbequemlichkeiten wegen wieder verlassen müssen. Wir bewohnen jezt ein höchst freundliches und elegantes Logis am Seethore No. 412.
Womit ich diesen Brief hätte anfangen sollen, will ich ihn nun beschließen, nämlich meinen und der Meinigen nochmaligen herzlichen Dank für alle Ihre uns bewiesen[e] Freundschaft und Gefälligkeit. – Die herzlichsten Grüße von uns an Ihre liebe Frau[.]
Leben Sie wohl. Mit freundschaftlich[er] Ergebenheit ganz

der Ihrige
Louis Spohr.3

Erwähnte Personen: Arnold, Johann Christoph
Spohr, Dorette
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Messen, op. 54
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1821110920

http://bit.ly/2gEvbP6

Spohr



Der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Peters, 12.10.1821. Peters Antwortbrief ist derzeit verschollen.

[1] Spohr stellte seine Messe op. 54 vor in: Louis Spohr, „Einige Bemerkungen über die deutschen Gesangvereine, nebst Ankündigung eines neuenfür sie geschriebenen Werkes“, in: Allgemeine musikalische Zeitung 23 (1821), Sp. 817-820.

[2] Louis Spohr, „Briefe aus Paris”, in: Allgemeine musikalische Zeitung 23 (1821), Sp. 139-144, 156-162, 177-184 und 189-195. 

[3] Auf dieser Seite des Briefes finden sich von anderer Hand noch der Eingangsvermerk des Verlags: „1821 / 9 Nov. / 12 / Dresden / Spohr“.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Wolfram Boder (01.12.2016).