Autograf: Sächsisches Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig (D-LEsta), Sign. 21070 C. F. Peters, Leipzig, Nr. 850, Bl. 99ff.

Gandersheim den 2ten
August 21.

Geliebter Freund,

Verzeihen Sie, daß ich Ihnen den Empfang der 150 Rth. für das Quintett erst jezt bescheinige und Ihnen meinen Dank dafür sage; theils hat mich eine kl. Ausflucht nach Alexisbad davon abgehalten;1 theils wollte ich vorher die Erlaubniß wegen der Dedication des Quintetts erwarten. Diese ist nun eingetroffen2 und ich schicke Ihnen beyliegend den Titel zum Quintett. Haben Sie die Güte ihn einem Franzosen zu zeigen um zu erfahren ob es so recht sey. Die Herzogin von Gotha führt den Titel Hoheit; ich glaube aber, man kann dieß nicht anders, als durch altesse geben. Es würde der Herzogin, die ein wenig darauf sieht, gewiß Freude machen wenn der Titel ein we[nig] außergewöhnlich ausgeschmückt wäre, z. B. mit ihren Wappen; ich weiß aber nicht ob sie das Gothaische oder Hessische Wappen führt, oder beyde. Auf beylieg[en]dem Couvert scheint mir das Hessische zu seyn. Ich lege es bey, weil Ihr Stecher es vieleich[t] gebrauchen könnte.3 – Sobald das Quintett fertig ist, bitte ich für mich 2 Exemplare auf Velinpapier abziehen zu lassen; ich werd[e] Ihnen dann einen Brief an die Herzogin überschicken und Sie bitte[n] beydes nach Gotha zu senden.
Von den beyden Kompositionen für Clarinette, die ich dem Stich zu übergeben dachte, läßt sich nur eine so vereinfachen und leichter machen wie es nöthig ist um sie für andere Clarinettisten brauchbar zu machen, und zwar das Concert. Dieses werde ich nun nach meiner Rückkehr von Pyrmont, wohin ich morgen gehe, gleich vornehmen und Ihnen dann so bald wie möglich überschicken.4
Ich freue mich sehr darauf Sie nun in einigen Monathen wiederzusehn und werde nicht verfehlen Ihnen im Voraus die Zeit unserer Ankunft zu melden, damit Sie die Güte haben können einen günstigen Tag zum Concerte für uns zu belegen.
Mit herzlicher Freundschaft

ganz der Ihrige
Louis Spohr.5


Grand Quintuor
pour Pianoforte, Flute, Clarinette,
Cor et Basson (ou Pianoforte,
deux Violons, Alto et Violoncelle)
composé et dedié
a Son Altesse Serenissime
Madame la Duchesse regnante
de Saxe Gotha et Altenbourg
p.p.
par
Louis Spohr.
Ouevre 52.

Erwähnte Personen: Caroline Amalie Sachsen-Gotha-Altenburg, Herzogin
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Konzerte, Klar Orch, op. 57
Spohr, Louis : Potpourris, Klar Orch, op. 80
Spohr, Louis : Quintette, Fl Kl Fg Hr Kl, op. 52
Erwähnte Orte: Alexandersbad
Pyrmont
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1821080220

http://bit.ly/2fW221s

Spohr



Der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Peters, 24.06.1821. Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Peters, 21.09.1821.

[1] Spohr gab am 27. Juli 1821 ein Konzert in Alexisbad (vgl. Louis Spohr, Lebenserinnerungen, hrsg. v. Folker Göthel, Tutzing 1968, Bd. 2, S. 120, Text mit fehlerhafter Paginierung auch online; ders., Louis Spohr’s Selbstbiographie, Bd. 2, Kassel und Göttingen 1861, S. 145).

[2] Dieser Brief ist derzeit verschollen.

[3] Der von Spohr genannte Umschlag liegt diesem Brief heute nicht mehr bei.

[4] Spohrs Klarinettenkonzert Nr. 2 op. 57 erschien 1822 bei Peters, das Potpourri op. 80 kam erst 1830 bei Schlesinger heraus.

[5] Auf dieser Seite des Briefes befindet sich von anderer Hand der Eingangsvermerk des Verlags: „1821 / 2 Aug. / 7 '' / Gandersheim / Spohr“, beiliegend das im Folgenden transkribierte Titelblatt.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Wolfram Boder (21.11.2016).