Autograf: Stadtarchiv Braunschweig (D-BSsta), Sign. H VIII A 4749
Faksimile: Autographen-Auktion 23. September 2000 (= Katalog Schmolt 4), Krefeld 2000, S. 222 (teilweise)
Druck: ebd., S. 227 (teilweise)
Inhaltsangabe 1: Autograph Letters, Historical Documents and Authors' Original Manuscripts (= Katalog Maggs Bros. 508), London 1926, S. 207
Inhaltsangabe 2: Music. Early Books, Manuscripts, Portraits and Autographs (= Katalog Maggs Bros. 512), London 1928, S. 281
Inhaltsangabe 3: Early Books, Manuscripts and Autographs (= Katalog Maggs Bros. 557), London 1931), S. 117
Inhaltsangabe 4: Autograph Letters and Historical Documents (= Katalog Maggs Bros. 597), London 1934, S. 116

Sr. Wohlgeb.
Dem Herrn Musikdirektor
Schwencke.
in
Hamburg.

franco.


[Cassel]0e den 23sten
Sept. 1819.

Verehrter Freund,

Im Begriff einem Engagement bey der Philharmon. Gesellschaft zu London zu folgen, mache ich vorher noch eine kl. Kunstreise durch Deutschland. Auf dieser wird mir binnen kurzem die Freude zu Theil werden Sie wieder zu sehen. Ich denke nemlich heue über 9 Tage den 30sten dieses in Hamburg einzutreffen und werde wohl 14 Tage dort verweilen. Wir waren bey unserm lezten Aufenthalt in Hamburg mit unserm damaligen Privat-Logis, welches, wenn ich nicht irre, von Ihnen für uns gütigst besorgt war, so zufrieden, daß wir es, wenn es zu bekommen wäre von neuem zu beziehen wünschten. Ihr Herr Sohn hätte vielleicht die Gefälligkeit für uns es im voraus zu belegen und zu accordiren0b; da mir der Name des Hauses entfallen ist, ich mich auch nicht einmal genau der Gegend erinnere, so erlaubten Sie mir wohl bey Ihnen anzufahren und bey Ihnen die Adresse abzuholen. Oder ginge es vieleicht an daß daß man dies an das Thor gäbe?
Sollte dieses Logis nicht zu bekommen seyn, so würde uns Ihr Hr. Sohn durch Besorgung eines andern außerordentlich verbinden. Da nur meine Frau mich begleitet, brauchen wir1 1–2. Zimmer mit 2 Betten.
Sie, mein verehrter Freund hätten vielleicht die Güte2 unsere Ankunft im Voraus im Correspondenten anzuzeigen.3 Da die Hamburger wohl auch sehr auf den Gütern zerstreut seyn mögen so hätte diese Anonce gewiß vielen Nutzen.
Doch verzeihen Sie, daß ich so mit Bitten auf Sie einstürme. Nur, die vielen schon von Ihnen erhaltenen Beweise Ihres Wohlwollens und Ihrer Freundschaft können mich entschuldigen.
Mündlich das mehrere. Unter herzlichen Grüßen von mir und meiner Frau an Ihre ganze Familie und mit Liebe und Verehrung ganz

der Ihrige
Louis Spohr.

Erwähnte Personen: Schwencke, Johann Friedrich
Spohr, Dorette
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Hamburg
Erwähnte Institutionen: Philharmonic Society <London>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1819092313

http://bit.ly/2Jhfef2

Spohr



Der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Schwencke an Spohr, 27.09.1811.

[0a] [Ergänzung 05.09.2018:] Textverlust durch Ausschnitt.

[0b] [Ergänzung 05.09.2018:] accordieren = „übereinstimmen, anbequemen, sich fürgen, auch (Haare) kräuseln, aufstutzen“ (Friedrich Erdmann Petri, Gedrängtes Deutschungs-Wörterbuch der unsre Schrift- und Umgangs-Sprache, selten oder öfter, entstellenden fremden Ausdrücke zu deren Verstehen und Vermeiden, 3. Aufl., Dresden 1817, S. 6).

[1] „wir“ über der Zeile eingefügt.

[2] Hier gestrichen: „meine“.

[3] Vgl. „Hamburg, den 25 Sept.“, in: Staats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenzten 29.09.1819, nicht paginiert. Zu Spohrs Hamburgaufenthalt auch die Ankündigung von Spohrs Ankunft in Hamburg am 30.09. („Hamburg, den 2 October“, in: ebd. 02.10.1819, nicht paginiert) und die Anzeigen zu seinen Konzerten am 07.10. und 20.10. (ebd., 05.10.1819, nicht paginiert; ebd., 16.10.1819, nicht paginiert).

Transkription, Kommentar und Verschlagwortung zunächst nach Faksimile und Druck, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Wolfram Boder (23.04.2018). Ergänzungen nach dem Autograf: Wolfram Boder (05.09.2018).