Autograf: Sächsisches Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig (D-LEsta), Sign. 21070 C. F. Peters, Leipzig, Nr. 850, Bl. 41

Gotha den 5ten September.
12.

Lieber Freund,

So eben bekomme ich den ersten Band von Gerbers Tonkünstlerlexikon zu Gesicht.1 Da ich versäumt habe darauf zu prenumeriren, weil ich die Herausgabe noch nicht für ganz bestimmt hielt, nun aber am Schluß des Pränumeranten-Verzeichnißes lese, daß noch Prenumeration angenommen wird2, so bitte ich Sie meinen Nahmen in3 die Liste zum 2ten Theil gefälligst aufzunehmen.4 In 4 bis 5 Wochen wo ich selbst nach Leipzig komme, werde ich Ihnen den Betrag für alle 4 Theile entrichten.
Ich habe den Plan gleich nach der Messe mein Oratorium in Leipzig zu geben5, und stehe dewegen mit Herrn Limburger schon in Correspondenz.6 Von Leipzig gehe ich nach Wien und kehre über München und am Rhein zurück.
Sollte Herr Hermstädt noch kein Exempl. von dem Clarinettconcert erhalten haben, so ersuche ich Sie ihm eins zu überschicken, da ich das meini[ge] nicht entbehren kann.
Bald habe ich allso die Freude Sie zu sehn.

Der Ihrige
Louis Spohr.7

Erwähnte Personen: Hermstedt, Johann Simon
Limburger, Jacob Bernhard
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Das jüngste Gericht
Spohr, Louis : Konzerte, Klar Orch, op. 26
Erwähnte Orte: Leipzig
München
Wien
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1812090520

http://bit.ly/2aquyEC

Spohr



Der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Kühnel an Spohr, 01.05.1812. Dieses ist der späteste erhaltene Brief zwischen Spohr und Kühnel, der am 19.08.1813 starb. Carl Friedrich Peters kaufte Kühnels Erben 1814 den Verlag ab. Der nächste erhaltene Brief der Korrespondenz mit dem Verlag ist Spohr an Peters, 28.08.1815.

[1] Vermutlich beim Subskribenten des Lexikons und Gothaer Hofmusiker Friedrich Wihelm Preißing (vgl. Ernst Ludwig Gerber, Neues historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler, welches Nachrichten von dem Leben und den Werken musikalischer Schriftsteller, berühmter Komponisten, Sägner, Meister auf Instrumenten, kunstvoller Dilettanten, Musikverleger, auch Orgel- und Instrumentenmacher, älterer und neuerer Zeit, aus allen Nationen enthält, Bd. 1, Leipzig 1812, S. VI).

[2] Vgl. ebd., S. VIII.

[3] „in” über gestrichenem „auf” eingefügt.

[4] Vgl. ebd., Bd. 2, Leipzig 1812, S. VI.

[5] Vgl. „Leipzig”, in: Allgemeine musikalische Zeitung 14 (1812), Sp. 718-726, hier Sp. 723f. (zu weiteren Konzerten Spohrs in Leipzig ebd. Sp. 722); „Leipzig”, in: Morgenblatt für gebildete Stände, S. 1192.

[6] Diese Briefe sind derzeit verschollen.

[7] Auf der letzten Seite des Briefes befindet sich von anderer Hand noch der Eingangsvermerk des Verlags: „1812 / d. 5. Sept. / '' 7. '' / Spohr / Gotha.“

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Wolfram Boder (29.07.2016).