Autograf: nicht ermittelt

Erwähnte Personen: Becker, Wilhelmine
Gley, Christine
Lichtenheld (Sängerin)
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Der Zweikampf mit der Geliebten
Erwähnte Orte: Hamburg
Erwähnte Institutionen: Stadttheater <Hamburg>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1811100144

http://bit.ly/2Jv5RsB

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf einen derzeit verschollenen Brief von Spohr an Schröder.
Existenz und Inhalt dieses Briefs ergeben sich aus Spohr an Friedrich Ludwig Schmidt, 04.10.1811, mit dem er diesen Brief auch beantwortete: „So eben erhalte ich einen Brief von Ihrem Director Schröder woraus ich ersehe, daß die Schwierigkeiten, die der Aufführung meiner Oper entgegenstehen, noch immer nicht hinweggeräumt sind. [...] Allein Herr D. Schröder schreibt mir heute, daß Mad. Gley ihre Parthie nicht wieder herausgeben wolle, und daß die Oper ohne Mad. Becker gar nicht gegeben werden könne. Zwar nennt er mir Mad. Lichtenheldt, als eine brave Sängerin, der die Rolle der Isabelle nun zufalle, findet aber auch für diese die Parthie zu tief“.
In seinen Lebenserinnerungen führt Spohr aus: „Man denke sich daher meinen Schrecken, als ich in Hannover einen Brief vom Schauspieldirektor Schröder erhielt, der mir meldete, die Oper werde gar nicht zur Aufführung kommen, weil die erste Sängerin, Madame Becker, die Annahme ihrer Rolle verweigere und dazu nach den Theatergesetzen vollständig berechtigt sei.“ (Louis Spohr, Lebenserinnerungen, hrsg. v. Folker Göthel, Tutzing 1968, Bd. 1, S. 145, Text mit fehlerhafter Paginierung auch online; ders., Louis Spohr’s Selbstbiographie, Bd. 1, Kassel und Göttingen 1861, S. 163). Vermutlich bezieht sich diese Passage jedoch nicht auf diesen in Hannover empfangenen Brief. Eher ordnete Spohr bei Niederschrift seiner Lebenserinnerungen den Inhalt eines früheren von Schröder an Spohr, den er in Gotha erhielt, dem späteren Brief zu.
Einen Postweg von wenigstens zwei Tagen vorausgesetzt, entstand dieser Brief bis spätestens 02.10.1811; da Spohr diesen Brief in auf seiner Reise nach Hamburg in Hannover erhielt, ist denkbar, dass der Brief bereits einige Tage in Hannover für ihn lag.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (06.06.2018).