Autograf: Sächsisches Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig (D-LEsta), Sign. 21070 C. F. Peters, Leipzig, Nr. 850, Bl. 32
Druck: Horst Heussner, Die Symphonien Spohrs, Phil. Diss. Marburg 1956, Anh. S. 8f.

Herrn
Herrn A. Kühnel.
(Bureau de Musique.)
in
Leipzig.

franco.1


Gotha den 27sten Juni 11.

Haben Sie doch die Güte mein lieber Freund, mir von meiner Sinfonie die nun wohl fertig seyn wird, ein Exemplar mit 10 ersten 10 zweiten Violinstimmen, 6 Bratschen-2 6 Violoncell und 6 Contrabaß-Stimmen auf Rechnung meiner Musickforderung gefälligst zu überschicken; da ich mit meinen Schülern und den übrigen Musikern die von hier hingehen3 die Sinfonie noch recht einstudiren will, so würden Sie mich verbinden, es so bald wie möglich zu thun. Haben Sie von Herrn Maurer4 das Zettelchen mit der Bitte: die Posaunen-Stimmen meiner Sinfonie an Herrn Rose in Quedlinburg zu schicken – erhalten und meiner Bitte Genüge geleistet? Die Partitur, die ich in Frankenhausen nothwendig gebrauche, ersuche ich Sie Herrn Mathei gefälligst mitzugeben.
Noch bitte ich Sie, mir das erste Werk von Andr. Romberg's Quartetten es# – gb – f#5 und das dritte desselben Meisters es# – d# – fb6 mit der Sinfonie zu überschicken.
Mit Freundschaft

der Ihrige
Louis Spohr.

Erwähnte Personen: Maurer, Eduard
Rose, Johann David
Erwähnte Kompositionen: Romberg, Andreas : Quartette, Vl 1 2 Va Vc, op. 1
Romberg, Andreas : Quartette, Vl 1 2 Va Vc, op. 5
Spohr, Louis : Sinfonien, op. 20
Erwähnte Orte: Frankenhausen
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1811062720

http://bit.ly/2ah8koH

Spohr



Dieser Brief folgt auf die in diesem Brief erwähnte, derzeit verschollene Notiz von Spohr an Kühnel. Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Kühnel, 12.07.1811, aus dem sich ein derzeit verschollener Brief von Kühnel an Spohr erschließen lässt.

[1] Über dem Adressfeld befindet sich von anderer Hand der Eingangsvermerk des Verlags: „1811 / d.27. Jun. / d. 28t. '' / Spohr / Gotha.“

[2] Gestrichen: „und“.

[3] Spohrs erste Sinfonie wurde für das zweite Frankenhäuser Musikfest komponiert, wo sie am 11.07.1811 aufgeführt wurde.

[4] Eduard Maurer wurde 1811 vom Direktorium der Leipziger Gewandhauskonzerte zur Ausbildung zu Spohr nach Gotha geschickt (vgl. „Leipzig”, in: Allgemeine musikalische Zeitung 13(1811), Sp. 739). Vermutlich hat Spohr ihm den besagten Zettel bei einem Heimatbesuch mitgegeben.

[5] Op. 1 (1. Folge der Streichquartette).

[6] Op. 5 (3. Folge der Streichquartette).

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Wolfram Boder (28.07.2016).