Autograf: New York Public Library (US-NYp), Sign. MNY (Spohr), JPB 06-57 (box 1, folder 9), JOB 88-4 (folder 118)

Herrn
Herrn Dozhauer
ber. Künstler
in
Leipzig

franco.


Gotha den 10ten Sept.
9.

So sehr ich mich auch freuen würde, mein geehrter Freund, Sie jetzt bey uns zu sehen und von Ihnen die neusten Produkte Ihrer Muße vortragen zu hören, so kann ich doch nicht umhin, Ihnen zu bemerken, daß es jetzt abermals ein ungünstiger Zeitpunkt für Sie zu einer Reise hieher wäre, indem unsere Hofconcerte oft 3 bis 4 Wochen ausgesezt sind. Allein zu Anfang des Novembers wird der Landtag, der dieses Jahr ziemlich brillant werden wird seinen Anfang nehmen1, und alsdann, glaube ich könnten Sie eher auf eine Entschädigung Ihrer Reise und Mühe rechnen. Wollen Sie uns zu dieser Zeit mit Ihrem Besuch erfreuen, so haben Sie die Güte mich es vorher wissen zu lassen, damit ich Ihnen vorarbeiten kann. Mit Hochachtung Ihr

Freund
L. Spohr

NS. Herrn Mathei bitte ich mich zu empfehlen und ihm zu sagen, daß ich es unendlich bedauert habe, nicht zu Haus gewesen zu seyn, wie er in Gotha war; auch daß meine Frau ihn nochmals danken lasse für den vergnüglichen Nachmittag der er ihr durch sein Spiel gemacht hat.

Erwähnte Personen: Matthaei, Heinrich August
Spohr, Dorette
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Gotha
Erwähnte Institutionen: Hofkapelle <Gotha>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1809091014

http://bit.ly/2f21irP

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf einen derzeit verschollenen Brief von Dotzauer an Spohr.

[1] Vgl. „Landtag im Herzogthum Gotha”, in: Rheinische Bund 13 (1809), S. 473-480.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (28.10.2016).