Autograf: Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg Frankfurt am Main (D-F), Sign. Mus. Autogr. L. Spohr A 9
Druck: Die Erinnerungen der Karoline Jagemann, hrsg. v. Eduard von Bamberg, Dresden [1926], S. 357 (teilweise)

Herrn Stromeier
Herzogl. Weimarischer Kammersänger
in Weimar


Gotha den 20sten Juli
1809.

Bester Freund,

Herr von Schwärzel hat die Güte die Stimmen meiner Oper Ihnen zu überbringen, und will bey dieser Gelegenheit das Vergnügen haben Ihre persönliche Bekanntschaft zu machen.
Ersuchen Sie doch Demoiselle Jagemann nun die Rollen gefälligst zu vertheilen. Mir ist bey einer neuen Durchsicht der Partitur eingefallen, ob nicht doch die Rolle der Bertha brillanter und dankbarer für Dem. Jagemann seyn würde; doch das wird sie nun am besten selbst sehen.
So bald Sie dort eine große Probe zu machen gedenken, haben Sie doch die Güte mich es wissen zu lassen, indem ich gern dabey sein mögte. Doch wünschte ich nicht, daß eine große Probe gemacht würde, wenn nicht nachher auch würklich die Oper gegeben werden kann1, indem das leicht ein nachtheiliges Licht auf meine Musick werfen könnte.
Unter herzlichen Empfehlungen meiner Frau an Dem. Jagemann, mit Achtung und Liebe

Ihr
Freund
Louis Spohr

Abends 9 Uhr
in Eile.

Erwähnte Personen: Jagemann, Karoline
Schwärzel, von
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Alruna
Erwähnte Orte: Weimar
Erwähnte Institutionen: Hoftheater <Weimar>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1809072014

http://bit.ly/2dzJR0i

Spohr



Der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Stromeyer, 18.03.1809.

[1] „werden kann” über gestrichenem „würde” eingefügt.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (30.09.2016).