Autograf: Stanford University Music Library (US-STum), Sign. MLM 979E

Herrn
Herrn A. Kühnel
(au Bureau de Musique.)
in
Leipzig.

Franco.1


Lieber Freund,

So sauer es mir auch bey meiner jetzigen Lage werden wird, so will ich Ihnen doch auf nächste Ostern 50 Rth. baar auszahlen; dagegen hoffe ich aber, daß Sie das übrige nach und nach an Manuscrpt. nehmen werden. Sollten Sie mit dieser lezten Proposition nicht zufrieden seyn können, so muß ich dem Projecte meiner Frau durch ein Instrument eine Freude zu machen, ganz entsagen.
Wollen Sie aber diesen Vorschlag annehmen, so eilen Sie mir nun ein Instrument auszuwählen und es durch einen Fuhrmann herüberzuschicken. Oder soll ich mich um einen Fuhrmann bemühen, so schreiben Sie mir nur mit umgehender Post.
Wegen des Instruments selbst verlasse ich mich auf Ihre Freundschaft. Wählen Sie ein Instrument mit vollem starken Ton und einem gleichen Anschlage unter folgenden 3 Meistern Schanz, Andreas Stein, oder Müller von dem Schades Instrument ist. Daß es von contra f bis 4 gestr. c gehen muß, habe ich Ihnen, glaube ich schon geschrieben.2 Daß das Instrument für eine Künstlerin bestimmt ist, die sehr oft öffentlich mit ganzem Orchester spielt, und daß es folglich alle gute Eigenschaften eines Instruments besitzen muß, ist Ihnen schon bekann[t] und ich lege Ihnen die Auswahl des Instruments nur nochmals recht ans Herz.
Wollen Sie mich dieses mahl recht als Freund besorgen, so werde ich Ihnen gewiß meine Manuscrpt. auf das billigste notiren, das was Sie schon haben, mit eingerechnet.
Einige meiner Kollegen so wie meine Schüler, wünschen Pariser Bogen zu kaufen. Haben Sie welche und zu welchen Preisen.
Leben Sie wohl.

Ihr Freund
L. Spohr.

Gotha den 12ten3 Febr.
1807.

Erwähnte Personen: Müller, Mathias
Schade, Johann Gottfried
Schantz, Johann
Spohr, Dorette
Stein, Andreas
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Gotha
Erwähnte Institutionen: Hofkapelle <Gotha>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1807021220

http://bit.ly/2ah1zDm

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf einen derzeit verschollenen Brief von Kühnel an Spohr. Der nächste erhaltene Brief ist Spohr an Kühnel, 28.02.1807, aus dem sich neben dem derzeit verschollenen Antwortbrief auf diesen Brief noch ein späterer derzeit verschollener Brief von Kühnel an Spohr erschließen lässt.

[1] Auf dem Umschlag des Briefes befindet sich von anderer Hand der Eingangsvermerk des Verlags: „1807 / 12t Febr / 14 Do. / Spohr / in / Gotha.“

[2] Spohr an Kühnel, 24.01.1807.

[3] Die Ziffer in Spohrs Autograf kann auch als „11“ gelesen werden. Wir folgen hier der Lesart des Eingangsvermerks (vgl. Anm. 1).

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Wolfram Boder (08.07.2016).