Autograf: nicht ermittelt
Entwurf: Forschungsbibliothek Gotha (D-GOl), Sign. Chart. A 1332 (16), Bl. 6

An den
Concert-Meister Spohr
in
Braunschweig.

Hochedelgebohrner Herr,
Hochzuverehrender H. Concertmeister,

Indem ich Ihnen und nicht weniger der Herzogl. Capelle zu Ihrer Anstellung von Herzen Glück wünsche, muß ich – da des Herzogl. Durchlaucht einen allgemeinen Landtag in Altenburg auszuschreiben geruth haben und die Capelle vermuthlich den 15ten oder 16ten Octob. dahin abgehen wird1, Sie zugleich zu ersuchen, Ihre Hieher-Reise so einzurichten, daß Sie gegen den 1sten October hier eintreffen können.2
Was den von Ew. Hochedelgeb. in Ihrem Briefe geäußerten Wunsch betrifft, so haben mich die Umstände bewogen, diesen Gegenstand jetzt noch unberührt zu lassen, indeß zweifle ich nicht, daß, obgleich die ältere Absprache wenige Beyspiele auf aufweist, daß3 einem neuen Diener, welcher sich selbst um die Anstellung beworben hat, ein Reise-Geld bewilligt worden, man dennoch in Hinsicht Ihrer vorzüglichen Talente eine Ausnahme machen werde.
Ich habe die Ehre mich mit Achtung zu nennen

Ew. Hochwohlgeb.

Gotha
den 2ten Sept. 1805.

Erwähnte Personen: August Sachsen-Gotha-Altenburg, Herzog
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Altenburg
Erwähnte Institutionen: Hofkapelle <Gotha>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1805090247

http://bit.ly/2pFXQHd

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf Spohr an Salisch, 16.08.1805. Der nächste belegte Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Salisch, 06.01.1808.

[1] Vgl. Louis Spohr, Lebenserinnerungen, hrsg. v. Folker Göthel, Tutzing 1968, Bd. 1, S. 94-97, Text mit fehlerhafter Paginierung auch online; ders., Louis Spohr’s Selbstbiographie, Bd. 1, Kassel und Göttingen 1861, S. 98-101.

[2] Vgl. Lebenserinnerungen, S. 87; Selbstbiographie, S. 91.

[3] „daß“ erst gestrichen und dann durch Unterpunktung wieder eingefügt.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (12.04.2017).