Autograf: Forschungsbibliothek Gotha (D-GOl), Sign. Chart. A 1332 (16), Bl. 7
Druck: Richard Hodermann, „Spohr und Romberg in Gotha“, in: Neue Zeitschrift für Musik 91 (1895), S. 97f., hier S. 97 (teilweise)

Hochgeborner
Gnädiger Herr Graf,

Ew. Excellenz erlauben gnädigst, daß ich hiedurch meinen unterthänigsten Dank für die viele Gnade, die ich bey Bewerbung um die Concertmeisterstelle in Gotha von Ew. Excellenz genossen habe, abstatten darf.
Da ich der festen Überzeugung bin, daß ich Ew. Excellenz gnädigen Vorworte die Erzielung meiner Wünsche größtentheils zu danken habe, so giebt mir dieß den Muth mich mit einer unterthänigen Bitte an Ew. Excellenz zu wenden. Da ich vor meiner Abreise nach Gotha noch einige kleine Schulden zu bezahlen habe, und mir nach Tilgung derselben von meinem unbedeutenden Vermögen nur ein geringes zur Reise und zum Transport meiner Sachen übrig bleiben wird, so wage ich es um Reisegeld unterthänigst zu bitten, indem schon eine Summe von 50 Rth mich aus aller Verlegenheit reißen würde.
Meinen Abschied habe ich von des Herzogs Durchlaucht in einem eigenhändigen sehr gnädigen Schreiben erhalten1, und ich werde bey meinem Abgange einen förmlichen aus dem Hofmarschallamte ausgehändigt bekommen.2
Ich empfehle mich Ew. Excellenz fernerer Gnade und verehre

Ew. Excellenz
unterthänigster Diener
L. Spohr

Braunschweig
den 16ten Aug. 5.

Erwähnte Personen: Carl Wilhelm Ferdinand Braunschweig-Lüneburg, Herzog
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen: Hofkapelle <Braunschweig>
Hofkapelle <Gotha>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1805081617

http://bit.ly/2pFHdv6

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf Herzog August von Sachsen-Gotha-Coburg, 05.08.1805. Salisch beantwortete diesen Brief am 02.09.1805.

[1] Vgl. Herzog Carl Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg, 01.08.1805.

[2] Dieser Brief ist derzeit verschollen.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (12.04.2017).