Autograf: nicht ermittelt
Abschrift: Forschungsbibliothek Gotha (D-GOl), Sign. Chart. A 1332 (16), Bl. 3
Druck 1: Richard Hodermann, „Spohr und Romberg in Gotha“, in: Neue Zeitschrift für Musik 91 (1895), S. 97f., hier S. 97 (teilweise)
Druck 2: Elisabeth Dobritzsch, „,Herr Spohr kann alles...’. Ein ergänzender Bericht zu L. Spohrs Gothaer Zeit”, in: Gothaisches Museums-Jahrbuch (2006), S. 141-182, hier S. 154

P.P.

Der Schutz den Ew. pp den schönen Künsten angedeihen lassen, bewog mich auf meiner musikalischen Reise nach Gotha zu kommen, um nach dem Glücke zu streben, Ew. pp eine Probe meines geringen Talents abzulegen. Ich hatte die Gnade von Ew. pp und Höchstdero Hofe gehört zu werden, und der Gedanke zu der allgemeinen Freude am Geburtstage Ihrer Durchl. der Frau Herzogin vielleicht auch ein geringes beygetragen zu haben, hat mich unaussprechlich glücklich gemacht.
Den Beyfall, den ich mir schmeichle durch mein Spiel erhalten zu haben; die freundschaftliche Aufnahme, welche ich in Gotha genoß, verbunden mit dem Wunsche Ew. pp meine Dienste zu widmen, haben in mir den Gedanken rege gemacht, mich um die erledigte Concertmeister-Stelle bey Höchstdero Capelle zu bewerben, und ich wage es daher Ew. pp unterthänigst zu bitten:
mich in Höchstdero Dienste gnädigst aufzunehmen.1
Durch immerwährenden Diensteifer und dem Bestreben, mich in meiner Kunst immer mehr zu vervollkommnen, würde ich mich einer so hohen Gnade einigermaßen würdig zu machen suchen.
In Erwartung pp

Ew. pp
unterthänigster
L. Spohr
Hzgl. Braunschweigi. Cammer-Musicus.

Gotha, den 18ten Julius
1805.

Erwähnte Personen: Caroline Amalie Sachsen-Gotha-Altenburg, Herzogin
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Gotha
Erwähnte Institutionen: Hofkapelle <Gotha>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1805071817

http://bit.ly/2pFBtBN

Spohr



Spohr hatte bereits in seinem Brief an Ludwig von Reibnitz, 19.06.1805 Interesse an der Konzertmeisterstelle in Gotha bekundet und vermutlich das in diesem Brief erwähnte Konzert zugesagt. Die Antwort auf diesen Brief ist das Bestellungsschreiben von Herzog August an Spohr, 05.08.1805.

[1] Vgl. Louis Spohr, Lebenserinnerungen, hrsg. v. Folker Göthel, Tutzing 1968, Bd. 1, S. 87, Text mit fehlerhafter Paginierung auch online; ders., Louis Spohr’s Selbstbiographie, Bd. 1, Kassel und Göttingen 1861, S. 90.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (12.04.2017).